TANZFESTIVAL IN ALTENKESSEL
Leuchtende Perlen des Orients
Altenkessel. Orientalische Verführungskunst hat einen Namen: Bauchtanz. Mit glitzernden Pailletten und Silberplättchen geschmückt, vibrieren Hüfte, Bauch und Po im Rhythmus der Musik. Mit anmutig kleinen Schritten bewegt sich die barfüßige Tänzerin über die Bühne. Die fließenden Bewegungen ihrer Arme gleichen denen einer Schlange. Immer schneller wird die Musik, immer virtuoser der Tanz.
Das Publikum klatschte begeistert mit, als Fatima Serin einen klassischen orientalischen Tanz zu Trommelimprovisationen präsentierte. Begeisterten Applaus erhielt Serin jedoch nicht nur für ihre tänzerischen Leistungen. Zum zwölften Mal lud die in der Türkei geborene Wahlsaarbrückerin am Samstag zu ihrem Tanzfestival „Merhaba", zu Deutsch „Willkommen", ein. Rund fünfhundert Zuschauer aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich zu diesem Ereignis in der Waldorfschule Altenkessel eingefunden. Der große Saal der Schule, Schauplatz der orientalischen Tanzshow, war ausverkauft.
Wie in den vergangenen Jahren hatte Fatima Serin in diesem Jahr bekannte Künstler aus aller Welt zu dem Festival eingeladen. Einen spritzigen Tambourintanz im Gypsy-Stil zeigte Danyela Tams, ehemalige Europameisterin im orientalischen Tanz. In geheimnisvolles Licht getaucht, erschien Karine Paronyants aus Riga als „Göttin des Lichts". Einziger Tänzer war an diesem Abend Omar Nahüm. Er trat als „Prinz der Zeder" auf. Überaus temperamentvoll spielte Liza Laziza, Tanzstar aus Kairo, mit der erotischen Ausdrucksvielfalt des orientalischen Tanzes. Die mitreißende Musik des Percussionisten Ibrahim Abu Hassan und seiner Gruppe AI Sharq tat ein Übriges, das Publikum mitzureißen. Gefallen an den Musikern fand ganz offensichtlich auch Moderatorin Helene Lehmann, die mit gelegentlichen Flirtereien zu unterhalten verstand. Für Fatima Serin ist das Merhaba-Festival mehr als nur eine Show. Serin sagt, die Veranstaltung sei Gelegenheit, die Schätze fremder Kulturen für sich zu entdecken. Der Bauchtanz, auch Raks Sharqi, Tanz des Ostens, genannt, hat eine lange Tradition. „Seine Wurzeln reichen zurück nach Afrika und ins alte Ägypten. Die speziellen Bewegungen, vor allem des Bauchs und Unterleibs, gaben ihm seinen Namen und machten ihn seit der Weltausstellung in New York im Jahr 1905 weltberühmt", erklärt Fatima Serin.
Für das korsettverschnürte und sittenstrenge Europa seien diese ersten orientalischen Tänzerinnen ein Skandal gewesen.
Seit dreißig Jahren jedoch, sagt Serin, „hat der orientalische Tanz in Deutschland immer mehr Anhängerinnen gefunden". Frauen und Mädchen, die Fatima Serin unterrichtet, standen beim MerhabaFestival ebenfalls auf der Bühne. Freude an der rhythmischen Bewegung prägte die Auftritte. Dass es auch an talentiertem Nachwuchs im Saarland nicht mangelt, bewiesen die Teenager Sarah, Hannah und Tina als „Perlen des Orients"















